Vitamin D im Winter – warum 75 µg zum Standard werden

Vitamin D im Winter — warum 75 µg zum Standard werden
Von Ende Oktober bis etwa Ende März steht die Sonne in den Niederlanden zu tief, um der Haut eine ausreichende Vitamin D-Produktion zu ermöglichen. Fünf Monate lang ist das, was man trinkt, isst oder als Nahrungsergänzung zu sich nimmt, das Einzige, was bleibt. Die alte Richtlinie von 10 µg pro Tag — die immer noch in vielen Multivitaminen enthalten ist — ist in diesem Licht inzwischen eher eine Untergrenze als ein Ziel.
In der orthomolekularen und funktionell-medizinischen Praxis sehen wir seit Jahren eine Verschiebung der Empfehlungen. In diesem Jahr scheinen auch die Mainstream-Gesundheitsquellen sich anzupassen: 50 bis 75 µg pro Tag wird zunehmend als realistische Winterdosis für Erwachsene ohne Außenarbeit und ohne Sonnenurlaub genannt. Es ist Zeit, das genauer zu erklären.
Was Vitamin D noch einmal bewirkt
Vitamin D ist kein klassisches Vitamin, sondern funktionell ein Hormon. Es wird in der Haut unter dem Einfluss von UVB-Licht gebildet und in Leber und Nieren in die aktive Form umgewandelt. Es bindet an Rezeptoren in nahezu jeder bekannten Zellart.
Drei von der EFSA anerkannte Health Claims für Vitamin D, die wir hier nennen dürfen:
- Vitamin D trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei
- Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Muskeln bei
- Vitamin D spielt eine Rolle bei der Zellteilung
Klingt sanft. Praktisch bedeutet es, dass sich ein chronisch niedriger Status fast immer irgendwo zeigt – meist in subtileren Beschwerden als einer eindeutigen Mangeldiagnose.
Warum die alte 10 µg-Richtlinie nicht mehr funktioniert
Die Empfehlung des Gesundheitsrats von 10 µg pro Tag (400 IE) basiert auf der Prävention von Rachitis und deutlichen Knochenbeschwerden. Das ist ein ganz anderes Ziel als ein optimaler Serum-25(OH)D-Spiegel für Immun- und Muskelfunktion. Optimale Spiegel liegen laut den meisten internationalen Referenzen zwischen 75 und 125 nmol/L. Um dies in einem niederländischen Winter ohne Outdoor-Arbeit und ohne Sonnenurlaub zu erreichen, benötigt man strukturell mehr als 10 µg.
Zwei Forschungsergebnisse, die diese Verschiebung untermauern:
- Endocrine Society Leitlinie 2024 nennt 50–100 µg pro Tag als realistische Erhaltungsdosis für Erwachsene unter 70 ohne Sonnenexposition.
- Cochrane Review (2023) zu Vitamin D und Atemwegsinfektionen: Die Wirkung war stärker bei täglichen Dosierungen zwischen 25 und 100 µg als bei einmaligen hohen "Schock"-Dosierungen.
Warum 75 µg oft der richtige Mittelweg ist
Für viele Erwachsene ohne bekannte medizinische Vorgeschichte ist 75 µg pro Tag im Winter ein vernünftiger Ausgangspunkt:
- Weit innerhalb der EFSA-Obergrenze (Upper Limit) von 100 µg pro Tag für Erwachsene
- Ausreichend, um einen mäßig niedrigen Spiegel innerhalb von 2–3 Monaten zu korrigieren ohne Überdosierung
- Klein genug, um keine routinemäßige Blutkontrolle zu erfordern, wenn keine Risikofaktoren vorliegen
Wer mehr als 75 µg pro Tag einnehmen möchte – oder eine Ladephase durchführen will – sollte dies in der Regel mit einem Arzt oder orthomolekularen Therapeuten (und einer 25(OH)D-Messung) besprechen.
Und K2 dazu?
Vitamin D erhöht die Kalziumaufnahme aus dem Darm. Vitamin K2 hilft, dieses Kalzium an den richtigen Ort zu transportieren – in den Knochen, nicht in die Arterienwand. Für diejenigen, die langfristig eine Dosis von über 50 µg Vitamin D verwenden, ist eine K2-MK7-Ergänzung von 75–180 µg pro Tag eine häufige Kombination in Protokollen. Nicht zwingend; aber logisch.
Wann Vorsicht geboten ist
Vitamin D ist fettlöslich; es sammelt sich an. Seien Sie zurückhaltend ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt, wenn:
- Sie Sarkoidose, Hyperparathyreoidismus oder andere Kalziumstoffwechselstörungen haben
- Ihre Nierenfunktion nicht optimal ist
- Sie bereits ein Vitamin-D-haltiges Multivitaminpräparat einnehmen (Dosen addieren)
- Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten – dann gelten andere Richtlinien
Was Sie praktisch damit anfangen können
Drei Szenarien:
- Keine Beschwerden, keine Risikofaktoren, einfache Erhaltung: 50–75 µg pro Tag, Oktober bis April. Die Kombination mit einer Fettquelle (zu den Mahlzeiten) erhöht die Aufnahme.
- Verdacht auf einen niedrigen Status oder Beschwerden: Lassen Sie Ihren 25(OH)D-Wert über Ihren Hausarzt oder orthomolekularen Therapeuten messen. Dosieren Sie basierend auf dem Wert.
- Multivitamin-Anwender: Überprüfen Sie auf dem Etikett, wie viel Vitamin D bereits in Ihrem Multivitaminpräparat enthalten ist. Viele Multivitaminpräparate enthalten heutzutage 25–50 µg; Sie müssen nicht automatisch weitere 75 µg hinzufügen.
Vitarium therapeutische Redaktion
Welche Vitamin D-Formeln wir in unser Sortiment aufnehmen, wählen wir nach drei Kriterien aus: eine realistische Dosis für den deutschen Winter, eine transparente Etikettierung (Vitamin D2 oder D3, mit oder ohne K2) und ein Produktionspartner mit nachgewiesener Erfahrung. Keine Mega-Dosis-Stunts, keine versteckten Füllstoffe.
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Dieser Artikel dient der Information und ist keine medizinische Beratung. Bei Beschwerden, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft oder spezifischen Erkrankungen: Konsultieren Sie einen Arzt oder orthomolekularen Therapeuten. Vitarium verkauft Nahrungsergänzungsmittel – keine Arzneimittel.
Quellen: Endocrine Society Clinical Practice Guideline on Vitamin D 2024 · Gezondheidsraad voedingsnormen vitamine D 2012 · EFSA Tolerable Upper Intake Levels (vitamine D) 2018 · Cochrane Review "Vitamin D for the prevention of acute respiratory tract infections" 2023.



